Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Konservative Therapie bei Condylomen

Condylomata acuminata (spitze Kondylome, Feigwarzen) werden durch humane Papillomviren (HPV6, 11 u.a.) verursacht, sind also eine Infektionskrankheit. Sie werden überwiegend sexuell, aber auch durch Schmierinfektionen bei enger, häuslicher Gemeinschaft, übertragen. Das erklärt, warum analer Befall nicht nur bei Menschen auftritt, die Analsex haben.

 

In der sexuell aktiven Bevölkerung, insbesondere in Großstädten, wird eine Häufigkeit von bis zu 30 % angegeben. HPV infiziert ausschließlich Zellen der Epidermis, d.h. die oberste Schicht der Haut. Sie können am Anus also bis zur Grenzzone zur Darmschleimhaut (Linea dentata) vorkommen, nicht aber im Darm. Gleichzeitige Infektionen mit anderen, sexuell übertragbaren Erregern (HIV, Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, Herpes simplex) kommen vor.

 

Man findet stecknadelkopfgroße, bis mehrere Zentimeter große, oft traubenartig angeordnete, rötlich-bräunliche Knötchen am Penis, den Schamlippen und am AnusEin häufiges Erstsymptom sind Juckreiz und Nässen

 

Von den zahlreichen Untertypen der HPV-Viren weisen manche ein erhöhtes Risiko auf, Hautkrebs oder Vorstufen davon zu verursachen, so z.B. Typ 16 und 18, die deshalb als high-risk Typen bezeichnet werden. Treten mikroskopisch nachweisbare Zellveränderungen auf, spricht man von der intraepithelialen Neoplasie (IN), je nach Auftreten von spezifischen Veränderungen unter anderem im Zellkern eingeteilt in die Schweregrade I - III. Intraepithelial meint dabei, daß noch kein Einwachsen in die tieferen Schichten der Haut auftritt, wie sie für bösartige Tumore charakteristisch ist.

 

Beim Befall der Analregion mit hochgradigen Zellveränderungen liegt z.B. eine Anale Intraepitheliale Neoplasie Grad III (AIN III) vor. Vergleichbar sind diese Stufen mit den durch PAP-Abstrich klassifizierten Erkrankungen am Gebärmutterhals vor.

 

Für die Spontanheilung werden Raten bis 30 % angegeben, allerdings im Verlauf einiger Jahre. Kaum ein Betroffener toleriert eine so lange Krankheitsdauer.

 

An konservativen Möglichkeiten stehen Salbenzubereitungen mit Podophyllotoxin (z.B. Wartec®, Condylox®), Extrakten aus grünem Tee (Veregen®) und der Immunmodulator Imiquimod (Aldara®) zur Verfügung. Die Anwendung erzeugt bei allen genannten Substanzen eine mehr oder weniger ausgeprägte Entzündungsreaktion, teilweise auch mit Lymphknotenschwellungen in der Leiste. Problematisch ist die Behandlung der im Analkanal gelegenen Condylome, für die nur die Ätzung mit Trichloressigsäure zugelassen ist. Außerhalb der Zulassung (off-Label) bereiten einzelne Apotheken auch Zäpfchen mit Imiquimod für die intraanale Anwendung zu. In der Schwangerschaft sind alle drei Substanzen nicht anzuwenden.

Operative Therapie bei Condylomen

Wenn die Condylome auf die Salbenbehandlung nicht ausreichend ansprechen oder im Anus gelegen sind, kommt die Abtragung durch elektrischen Strom, Radiowelle oder Laser zum Einsatz. Sie beschränkt sich auf die oberste Hautschicht (Epidermis), ist sehr effektiv und hinterläßt im Normalfall keine Narben. Einzelne Knötchen können zur feingeweblichen Untersuchung mit der Schere entfernt werden. Die kontaktlose Verdampfung mit dem Laser ist eine sehr wirksame und schonende Methode, die allerdings nur mit Kostenbeteiligung des Patienten für die verwendete Glasfasersonde (derzeit 50.- €) angeboten werden kann.

 

In jüngerer Zeit wird von manchen Experten, sofern möglich, die Sanierung der Genital- und Analregion bei Schwangeren empfohlen, um eine Übertragung auf das Neugeborene - und hier auch auf die Nasen-Rachen-Region - zu verhindern. 

Impfung

Seit 2006 gibt es zwei in Europa zugelassene Impfstoffe, wobei

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© 2017 Dr. med. Bernhard Hofer - Proktologische Praxis München
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