Pit-Picking: Behandlung der Steißbeinfistel

Haarfollikel und Fisteln effektiv entfernen

Die Entfernung von Haarfollikeln ist zunehmend verbreitete Methode, um Steißbeinfisteln zu behandeln. Das Pit-Picking wurde vom Londoner Chirurgen Peter Lord im Jahre 1965 erstmals beschrieben. In den USA konnte John Bascom schließlich sehr gute Heilungsraten mit diesem Verfahren erzielen. Die Prinzipien, die diese beiden Ärzte formulierten, sind noch heute gültig:

  • Alle vergrößerten, mit eingewachsenen Haaren gefüllten Haarwurzeln müssen entfernt werden
  • Größere Schnitte im Bereich der Mittellinie müssen vermieden werden, da Wunden in diesem Bereich schlecht heilen
  • Jede Fistel wird heilen, wenn sie nicht durch etwas davon abgehalten wird. Das sind immer Haare, die entweder von der Seite eingewachsen oder eingespießte, lose Haare
  • Der Versuch, eine chirurgische Wunde in der Mittellinie durch Naht zu verschließen, wird in den meisten Fällen nicht zum Erfolg führen

Pit-Picking: So wird es gemacht

Die erweiterten Haarwurzeln (Pits), die wie kleine schwarze Punkte oder kleine Löcher aussehen, werden nur wenige Millimeter groß ausgeschnitten. Haare und das sogenannte Granulationsgewebe (es nässt, ist rötlich und weich) werden entfernt. Die Kapsel der Fistel, welche oft als verhärteter Strang von den Patienten wahrgenommen wird, wird bei dieser Variante der Operation nicht entfernt.

Die Vor- und Nachteile des Pit-Pickings

Die Vorteile dieser häufig in Deutschland durchgeführten und in der medizinischen Leitlinie zur Behandlung der Steißbeinfistel aufgeführten Behandlungsmethode sind:

  • Kurze Behandlungsdauer (15 Minuten)
  • Mit örtlicher Betäubung problemlos ambulant durchführbar
  • Geringe Schmerzen nach der Operation
  • Abheilung normalerweise in weniger als vier Wochen
  • Primäre Erfolgsrate 70-80 Prozent

​ Die Nachteile dieser Methode sind:

  • In bis zu 30 Prozent der Fälle bildet sich erneut eine Steißbeinfistel
  • Der verhärtete Fistelgang ist weiterhin spürbar

Bei welchen Patienten kann Pit-Picking eingesetzt werden?

Das Pit-Picking ist bei praktisch allen Patienten möglich, die noch keine größere Voroperation hinter sich haben. Auch wenn die Steißbeinfistel nach einer OP wiederkehrt, findet man als Ursache erweiterte Haarwurzeln, die übersehen wurden oder neu entstanden sind und mit dem Pit-Picking entfernt werden können. In unserer proktologischen Praxis setzen wir in komplizierten Situationen und wenn bereits mehrere Voroperationen erfolglos waren, zusätzlich die Laserbehandlung oder Fistulektomie ein.

Steißbeinfistel-Behandlung mit Laser

Die Laserbehandlung mit FilaC (Fistula Laser Closure) ist eine Ergänzung des Pit-Pickings. Dazu wird eine Glasfasersonde in den Fistelgang eingebracht, die Laserenergie auf die Innenschicht der Fistel abgibt. Das verödete Gewebe kann anschließend ausgeschabt werden.

Der Vorteil dieser Methode ist eine bessere Abtragung von Fistelgewebe und Haaren. Auf diese Weise können die Erfolgsraten auf über 80 Prozent erhöht werden.

Nur wenige Chirurgen verfügen über die notwendige, apparative Ausstattung, da die Geräte und Lasersonden teuer und regelmäßig gewartet werden müssen sind. In der Proktologischen Praxis in München stehen uns zwei dieserLaser zur Verfügung.

Wenn Sie Fragen zum Thema Pit-Picking und Laserbehandlung haben, zögern Sie nicht unsere Praxis anzurufen. Wir sind gerne für Sie da.

Viszeralchirurgen (Bauchchirurgie)
in München auf jameda

Allgemeine Chirurgen
in München auf jameda

DR. BERNHARD HOFER

FACHARZT FÜR CHIRURGIE, VISZERALCHIRURGIE, PROKTOLOGIE​

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