Steißbeinfistel: Ursachen, Symptome, Vorbeugung

Wenn eingewachsene Haare Schmerzen bereiten

Unter einer Steißbeinfistel – auch Sinus pilonidalis genannt – versteht man eine Entzündung an der Gesäßfalte. Diese wird meist durch Haarwurzeln, die mit eingewachsenen Haaren gefüllt sind, verursacht. Wächst ein Haar nach innen statt nach außen, werden abgebrochene Haare und Keratinschuppen unter die Hautoberfläche gebracht. Auf diese Weise bilden sich kleine Knötchen (medizinisch Granulome), die sich durch Bakterien entzünden können.

Steißbeinfistel: Ursachen

Ein Grund für die Entstehung einer Steißbeinfistel kann eine gestörte Haarentwicklung sein. Ein neu wachsendes Haar wird nicht richtig aus der Haarwurzel herausgeschoben. Das Baumaterial des Haares, Keratin, wird in Form von scholligen Ablagerungen in der Haarwurzel (Follikel) angehäuft.

Auch wenn die Haare normal gebildet werden, kann es zu einem Sinus pilonidalis kommen. Nämlich dann, wenn Haare brechen und sich in die Wand des Haarfollikels spießen. Der Follikel füllt sich mit abgebrochenen Haaren. Auch lose Haare von Rücken oder Kopf können durch die ständigen Bewegungen der Pobacken in die Gesäßfalte einmassiert werden. Die Oberflächenstruktur der Haare, ähnlich einem Pfeil mit Widerhaken, führt dazu, dass einmal eingespießte Haare im Gewebe stecken bleiben und auch nicht durch Waschen wieder entfernt werden können.

Eine dritte Ursache kann ein Phänomen sein, dass man manchmal in bereits entfernten Fistelgängen sieht: Es scheint, als wenn Haare direkt „unterirdisch“ gewachsen wären, wahrscheinlich als Folge einer Entwicklungsstörung. Auch hier ist eine Steißbeinfistel die Folge.

In jedem Fall ist der erweiterte Haarfollikel stets als kleiner schwarzer Punkt oder als millimetergroße Öffnung zu erkennen. Wenn man einen solchen Pit sieht, ist die Diagnose einer Steißbeinfistel gesichert.

Neben eingewachsenen Haaren können auch angeborene Missbildungen am Steißbein oder Prellungen nach einem Sturz verantwortlich sein. Männer sind von Steißbeinfisteln rund doppelt so häufig betroffen wie Frauen und erkranken meist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die Steißbeinfisteln begünstigen können:

  • Starker Haarwuchs
  • Andauerndes Sitzen
  • Starkes Schwitzen und zu enge Unterwäsche
  • Unzureichende Hygiene
  • Übergewicht
  • Geschwächtes Immunsystem

Achten Sie darauf, öfter aufzustehen, wenn Sie lange Sitzen müssen und bevorzugen Sie gut gepolsterte Stühle. Sollten Sie zu starkem Haarwuchs neigen, kann eine vorsorgliche Haarentfernung mit Laser im Steißbeinbereich sinnvoll sein.

Steißbeinfistel: Symptome

Doch woran erkennt man eine Steißbeinfistel genau? Grundsätzlich gibt es drei Stadien der Entzündung, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen:

  • Blande Form: Die Entwicklung einer Steißbeinfistel merkt man anfangs nicht oder die Beschwerden sind gering und unspezifisch (Schmerzen beim Sitzen auf harten Stühlen, Gefühl wie bei einem „Pickel“ oder einer Prellung). Manchmal treten außer einer sichtbaren Öffnung im Bereich der Gesäßfalte keinerlei Beschwerden auf.
  • Akute Form: Ein Pilonidalabszess kann sich innerhalb weniger Tage entwickeln, die zugrundeliegende Steißbeinfistel existierte unbemerkt schon vorher. Die typische Ausprägung mit einer geröteten, schmerzhaften Beule am Po bzw. in der Steißbeinregion erkennt man auf einen Blick. Die äußerlich sichtbaren Symptome können gering sein. Der Patient hat starke Schmerzen, obwohl man nicht viel sieht. Bei genauer Betrachtung ist eine Verhärtung zu tasten und die Haut wirkt auffällig. Die Pits sind schwellungsbeding oft nicht zu sehen. Manchmal berichten die Patienten über einen vorangegangenen Sturz auf das Steißbein. Ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht zu erklären. Nicht selten treten Beschwerden nach längerem Sitzen auf, wie bei Schülern und Büroangestellten oder nach langen Flugreisen.
  • Chronische Form: Manche Patienten haben nur leichte Schmerzen und bemerken das Vorhandensein der Fistel nur zufällig oder aufgrund der Absonderung von Blut oder Eiter. Die Besiedelung der Pilonidalfistel durch die in dieser Region immer vorhandenen Bakterien kann eine sehr unangenehme Geruchsentwicklung verursachen. Die Kapsel enthält oft viele Kollagenfasern und fühlt sich hart an wie Knorpel, so dass Irritationen beim längeren Sitzen ohne eigentliche Schmerzen auftreten. Manchmal entdecken die Patienten auch selbst kleine Öffnungen im Bereich der Gesäßfalte.

Ganz egal, welche Symptome Sie bemerken: Gehen Sie zum Arzt! Je früher eine Steißbeinfistel erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

Sinus pilonidalis: Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer unangenehmen Steißbeinfistel kommt, gibt es Tipps, die Sie beachten können. Da ein Sinus pilonidalis meist durch eingewachsene Haare entsteht, ist eine dauerhafte Entfernung der Haare im Steißbeinbereich das beste Mittel, um der Erkrankung vorzubeugen. Mit einem  Dioden-Laser können die Haare schmerzarm, schnell und langanhaltend weggelasert werden. Wenn Sie stark schwitzen und enge Unterwäsche tragen, steigt das Risiko für eine Steißbeinfistel ebenfalls. Auch langes Sitzen auf einem harten Untergrund sowie Übergewicht gilt es zu vermeiden.

In unserer proktologischen Praxis in München sind wir gerne für Sie da, wenn Sie Fragen zum Thema Steißbeinfistel haben.

DR. BERNHARD HOFER

FACHARZT FÜR CHIRURGIE, VISZERALCHIRURGIE, PROKTOLOGIE​

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Dr. Klaus Bärtl, Facharzt für Viszeralchirurgie
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