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Hämorrhoiden behandeln: so viel wie nötig, so schonend wie möglich

Hämorrhoiden hat jeder – behandelt werden nur Beschwerden. Und die lassen sich in den meisten Fällen ohne Operation gut in den Griff bekommen.

Auf dieser Seite finden Sie alle Behandlungsmöglichkeiten im Überblick: was Sie selbst tun können, was wir in der Sprechstunde behandeln und wann ein Eingriff sinnvoll ist. Welche Methode zu Ihnen passt, entscheiden wir gemeinsam – nach Ihren Beschwerden, nicht nach dem Stadium allein.

Auf einen Blick

Selbst tun

Ein gut geformter Stuhl und kurze Toilettengänge sind die Basis jeder Behandlung

In der Sprechstunde

Verödung und Gummibandligatur – in wenigen Minuten, ohne Narkose

In Narkose

Radiofrequenz, Laser und HAL-RAR in der Iatros-Klinik – für den Heimweg brauchen Sie eine Begleitperson

Unser Ansatz

Erst verstehen, dann behandeln

In der Behandlung von Hämorrhoiden hat in den letzten Jahrzehnten ein deutliches Umdenken stattgefunden. Hämorrhoiden gelten heute nicht mehr als krankhafte Wucherungen, sondern als wichtiger Teil des Kontinenzorgans: Die Gefäßpolster dichten den Enddarm fein ab und tragen so zur Kontrolle über Luft und Stuhl bei. Dieses Gewebe ist es wert, erhalten zu werden – statt es vorschnell zu entfernen.

Deshalb gilt bei uns: so viel Behandlung wie nötig, so wenig Eingriff wie möglich. Jeder Eingriff will gut überlegt sein, denn für den Darmausgang gibt es kein „Ersatzteil“.

Wonach wir die Behandlung auswählen

Das Leitsymptom: Steht Blutung, Vorfall, Nässen oder Druckgefühl im Vordergrund?

Ihr Leidensdruck: Wie sehr schränken die Beschwerden Ihren Alltag ein?

Die Vorgeschichte: Was wurde schon versucht, und wie lange hat es geholfen?

Die Sicherheit: Gibt es Hinweise auf andere Ursachen, die abgeklärt werden müssen?

Das Stadium hilft bei der Planung, entscheidet aber nicht allein. Mehr zu den Stadien

Leitlinien der Fachgesellschaften: S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (AWMF) · European Society of Coloproctology (ESCP) · American Society of Colon and Rectal Surgeons (ASCRS) · Vergleich der Leitlinien in Europa und den USA

Die Behandlung im Überblick

Drei Stufen – von einfach bis gezielt

Die meisten Patienten kommen mit den ersten beiden Stufen aus. Ein Eingriff in Narkose ist nur nötig, wenn diese nicht ausreichend helfen oder der Befund ausgeprägt ist.

Stufe 1

Was Sie selbst tun können

Stuhlgang regulieren, richtig auf die Toilette gehen, Haut pflegen. Salben und Zäpfchen lindern Beschwerden, heilen Hämorrhoiden aber nicht.

Stufe 2

Behandlung in der Sprechstunde

Verödung (Sklerotherapie) und Gummibandligatur: kurz, ambulant, ohne Narkose. Meist sind einige Sitzungen im Abstand von Wochen nötig.

Stufe 3

Eingriff in Narkose

Radiofrequenz (RAFAELO®), Laser (LHP®) und Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur mit Raffnaht (HAL-RAR) erhalten das Gewebe, statt es zu entfernen.

Stufe 1: Was Sie selbst tun können

Den Stuhl regulieren – warum „zu weich“ auch nicht gut ist

Ziel ist ein geformter, nicht zu harter Stuhl. Viele Patienten versuchen bei Schmerzen, den Stuhl möglichst weich zu halten. Das klingt logisch, ist aber ein Trugschluss: Zu weicher Stuhl bleibt länger auf der Haut, reizt sie und lässt sich schlechter kontrollieren (Stichwort Stuhlschmieren). Außerdem löst er einen schwächeren Entleerungsreiz aus.

Ballaststoffe und Quellmittel: Besonders bewährt haben sich Flohsamenschalen (Psyllium). Zwei Teelöffel in ein Glas kaltes Wasser einrühren und zügig trinken. Bei den meisten Menschen wird der Stuhl dadurch geformter, der Toilettengang leichter und das Pressen geringer.

Osmotische Abführmittel: Macrogol macht den Stuhl weicher, ohne vom Körper aufgenommen zu werden, und eignet sich auch für längere Zeit. Lactulose wirkt ähnlich, kann aber Blähungen auslösen.

Probiotika können die Darmflora stabilisieren; welche Mischung am besten wirkt, muss man meist ausprobieren. Trinken Sie nach Durst, aber bewusst – im Alltag und bei Hitze vergisst man es leicht. Bei Verdacht auf Unverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Gluten, Histamin) helfen ein Ernährungstagebuch oder eine Abklärung beim Gastroenterologen.

Heilpflanze bei Hämorrhoiden - Plantago ovalis

Indische Flohsamenschalen machen den Stuhl geformter und erleichtern den Toilettengang.

Tipps für einen darmfreundlichen Toilettengang

Nur bei echtem Drang

Gehen Sie nicht „auf Vorrat“ zur Toilette. Nehmen Sie sich dann aber Zeit: Stress und Eile bremsen die Darmtätigkeit.

Nicht stark pressen

Leichter Druck zu Beginn ist in Ordnung. Nutzen Sie den natürlichen Reflex: Ein großes Glas Wasser nach dem Aufstehen regt den Darm an.

Füße hoch

Ein kleiner Hocker unter den Füßen bringt Sie in eine natürliche Hockhaltung. Das streckt den Darmausgang und erleichtert die Entleerung.

Handy draußen lassen

Lesen Sie Zeitung oder Smartphone lieber am Frühstückstisch. Langes Sitzen staut das Blut in den Hämorrhoiden und verstärkt Beschwerden.

Sanfte Hygiene

Angefeuchtete Wattepads sind schonender als feuchtes Toilettenpapier, das Allergien auslösen kann. Zur Pflege eignen sich Ringelblumen- oder Zinksalbe.

Medikamente, Salben und Zäpfchen

Was sie können – und was nicht

Viele Patienten hoffen, Hämorrhoiden mit Salben, Zäpfchen oder Cremes dauerhaft in den Griff zu bekommen. Diese Präparate können Beschwerden lindern, die Ursache aber nicht beseitigen – also die Vergrößerung und den nachlassenden Halt der Gefäßpolster.

Hamamelis (Zaubernuss) wirkt leicht entzündungshemmend und zusammenziehend und hilft kurzfristig bei Brennen oder Juckreiz.

Flavonoide aus Zitrusfrüchten (Diosmin und Hesperidin, in Studien als „mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion“, kurz MPFF, untersucht) sollen die Gefäßwände stabilisieren und Schwellungen vermindern. In Studien linderten sie Beschwerden bei leichten Hämorrhoidalleiden und nach Eingriffen.

Kortisonhaltige Präparate wirken bei akuten Entzündungen und Ekzemen rasch, sollten aber nur kurz angewendet werden, weil sie die Haut dünner und empfindlicher machen.

Daneben gibt es zahlreiche Wund- und Heilsalben, pflanzliche Kombinationspräparate und Venenmittel, deren Nutzen kaum belegt ist. Sie schaden meist nicht, können aber eine wirksame Behandlung verzögern. Kurz gesagt: Bestehen Beschwerden über Wochen, ist eine proktologische Untersuchung der richtige nächste Schritt.

Die Heilpflanze Hamamelis lindert Brennen und Juckreiz.

Stufe 2: Behandlung in der Sprechstunde

Verödung und Gummibandligatur

Beide Verfahren dauern nur wenige Minuten, finden direkt bei uns in der Praxis statt und brauchen keine Narkose. Danach können Sie in der Regel normal weitermachen.

Verödung (Sklerotherapie)

Die am häufigsten durchgeführte Behandlung ohne Operation. Wir spritzen ein Verödungsmittel (Polidocanol) unmittelbar unter die Schleimhaut oberhalb der Hämorrhoiden. Das Gewebe vernarbt, strafft sich und wird wieder besser verankert. Diese in Europa bevorzugte Technik geht auf Blond zurück; bei der Methode nach Blanchard wird in die Nähe der zuführenden Gefäße gespritzt.

Die Verödung ist nahezu schmerzfrei und muss meist einige Male im Abstand von Wochen wiederholt werden. Sie hilft vor allem bei Blutungen und leichteren Beschwerden; bei vielen lässt die Wirkung über die Jahre nach, dann kann man sie wiederholen. Komplikationen sind bei der heutigen Technik sehr selten. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und in der Schwangerschaft verzichten wir darauf.

Schema Gummibandligatur GBL

Gummibandligatur (nach Barron)

Mit einem kleinen Gerät wird überschüssige Schleimhaut oberhalb der Hämorrhoide angesaugt und mit einem Gummiring abgeschnürt. Das Gewebe fällt nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst ab, die entstehende Narbe fixiert die Hämorrhoide wieder an ihrem Platz. Die Leitlinie empfiehlt die Ligatur als Methode der Wahl bei Hämorrhoiden im Stadium II.

Pro Sitzung setzen wir ein bis zwei Bänder; die Behandlung lässt sich wiederholen. Ein Druckgefühl in den ersten Tagen ist normal, echte Schmerzen dürfen nicht entstehen. Wichtigstes Risiko ist eine Nachblutung, besonders unter blutverdünnenden Medikamenten – bitte sagen Sie uns, welche Medikamente Sie nehmen. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und geschwächter Abwehr ist die Ligatur nicht geeignet.

Zur Vorbereitung: Muster-Aufklärungsbogen Verödung, Gummibandligatur, HAL-RAR (Thieme)

Stufe 3: Eingriffe in Narkose

Hämorrhoiden erhalten statt entfernen

Reichen Verödung und Ligatur nicht aus, behandeln wir die Hämorrhoiden mit Verfahren, die das Gewebe verkleinern und wieder fixieren, statt es herauszuschneiden. Alle Eingriffe führen wir in Allgemeinanästhesie in der Iatros-Klinik durch. Für den Heimweg brauchen Sie eine Begleitperson.

Radiofrequenz (RAFAELO®)

Über eine feine Sonde wird gezielt Wärmeenergie in die vergrößerten Gefäßpolster abgegeben. Sie schrumpfen und vernarben – ohne Schneiden, Nähen oder offene Wunden. Geeignet für Hämorrhoiden bis Stadium III. Die Schmerzen sind meist deutlich geringer als nach klassischen Operationen, viele sind nach wenigen Tagen wieder im Alltag.

→ Mehr zur Radiofrequenz-Behandlung

Laser (LHP®)

Bei der Laser-Hämorrhoidoplastie wird eine dünne Laserfaser in den Hämorrhoidalknoten eingeführt. Die Energie verödet und schrumpft das Gewebe von innen, die Schleimhaut bleibt dabei weitgehend erhalten. Wir setzen den Laser allein oder in Kombination mit HAL-RAR ein.

→ Mehr zur Laserbehandlung

Stabilisierung und Raffung bei Hämorrhoidenvorfall durch HAL-RAR bei Dr. Hofer München

Arterien-Ligatur mit Raffnaht (HAL-RAR)

Die zuführenden Arterien werden mit einer Naht unterbunden, damit die Polster abschwellen. Wird die Naht spiralförmig fortgeführt, hebt sie vorgefallenes Gewebe wieder an seinen Platz (rekto-anale Reparatur). Das Prinzip geht auf den japanischen Chirurgen Morinaga zurück; die Arterien lassen sich mit Ultraschall-Doppler oder unter direkter Sicht aufspüren.

→ Mehr zu HAL-RAR

Unsere bewährte Kombination: HAL-RAR und Laser

Wir kombinieren HAL-RAR häufig mit dem Laser. Die Naht sorgt für mechanischen Halt, der Laser verkleinert das Gewebe zusätzlich von innen – gewissermaßen „Gürtel und Hosenträger“ in einem. Wie der Tag des Eingriffs abläuft, lesen Sie unter Ablauf einer Hämorrhoiden-Operation.

Wenn erhaltende Verfahren nicht genügen

Klassische Operationen

Historische Darstellung einer Hämorrhoidenoperation - Entfernung

Hämorrhoidektomie: das Gewebe entfernen

Bei der Hämorrhoidektomie wird die vergrößerte Hämorrhoide herausgeschnitten und das zuführende Gefäß unterbunden. Die Wunde bleibt offen (nach Milligan-Morgan), wird vernäht (nach Ferguson) oder plastisch verschlossen (nach Parks). Geschnitten wird meist elektrisch, mit Versiegelungsinstrumenten oder dem Laser. Was entfernt ist, kann nicht wiederkommen – deshalb sind die Ergebnisse dauerhaft.

Die Kehrseite: größere Wunden, längere Heilung und mehr Schmerzen. Und weil die Polster zur Feinabdichtung beitragen, kann diese leiden. Die Hämorrhoidektomie kommt deshalb vor allem bei sehr ausgeprägten oder wiederkehrenden Befunden infrage, etwa bei dauerhaft vorgefallenen Hämorrhoiden (Stadium IV). Sie erfordert in der Regel einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus.

Klammernaht Operation bei Hämorrhoiden

Stapler-Hämorrhoidopexie (nach Longo)

Mit einem Klammernahtgerät („Stapler“) wird ein ringförmiger Streifen Schleimhaut oberhalb der Hämorrhoiden entfernt und gleichzeitig mit feinen Titanklammern verschlossen. Dadurch wird vorgefallenes Gewebe nach innen gezogen und fixiert. Das Prinzip beschrieben in den 1980er-Jahren die kasachischen Chirurgen S. N. Koblandin und J. L. Schalkow; der Italiener Antonio Longo verfeinerte es in den 1990er-Jahren und machte es international bekannt.

Der Eingriff ist kurz und vergleichsweise schmerzarm. In seltenen Fällen kann die Klammernaht jedoch undicht werden oder ein dauerhafter Stuhldrang (Urge-Syndrom) entstehen. Wir empfehlen die Longo-Operation deshalb nur in Einzelfällen und führen sie selbst nicht mehr durch.

Häufige Frage

Sollte man „äußere Hämorrhoiden“ entfernen?

Was Patienten als „äußere Hämorrhoiden“ bezeichnen, sind meist Analvenenthrombosen oder Hautfalten (Marisken). In beiden Fällen raten wir in aller Regel von einer Operation ab.

Analvenenthrombose

Ein plötzlich auftretender, schmerzhafter Knoten am Analrand ist meist ein Blutgerinnsel in einer Vene unter der Haut. Er heilt von selbst ab – und zwar schneller als die Wunde, die beim Herausschneiden entstehen würde. Wir behandeln deshalb die Beschwerden: mit Schmerzmitteln, Stuhlregulierung, abschwellenden Salben und auf Wunsch mit Low-Level-Laser.

→ Mehr zur Analvenenthrombose

Marisken (Hautfalten)

Hautfalten am After stören viele Patienten, sind aber harmlos. Gegen eine Entfernung sprechen Wundschmerz und Heilungszeit – und die Narbe kann später mehr stören als die Mariske: Sie ist weniger elastisch, weniger empfindlich und kann Stuhlschmieren begünstigen. Wir raten deshalb meist ab. Zudem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur medizinisch notwendige Behandlungen.

Gut vorbereitet

Häufige Fragen zur Hämorrhoiden-Behandlung

Muss jede Hämorrhoide operiert werden?

Nein. Die meisten Beschwerden lassen sich mit einfachen Maßnahmen gut behandeln: ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, ein geregelter Stuhlgang, Salben oder Sitzbäder – und in der Sprechstunde Verödung oder Gummibandligatur. Ein Eingriff ist erst nötig, wenn das nicht ausreichend hilft, zusätzliche Befunde wie eine chronische Analfissur bestehen oder eine bösartige Veränderung ausgeschlossen werden muss.

Welche schonenden Behandlungen gibt es außer einer klassischen Operation?

In der Sprechstunde bieten wir die Verödung (Sklerotherapie) und die Gummibandligatur an. In Narkose stehen die Radiofrequenz-Behandlung (RAFAELO®), der Laser (LHP®) und die Arterien-Ligatur mit Raffnaht (HAL-RAR) zur Verfügung. Diese Verfahren verkleinern und stabilisieren die Hämorrhoiden, statt sie zu entfernen – meist mit deutlich weniger Schmerzen und schnellerer Erholung.

Welche Risiken oder Komplikationen können auftreten?

Am häufigsten sind leichte Nachblutungen in den ersten zwei Wochen; sie sind meist harmlos und hören von selbst auf. Selten kommt es zu Infektionen, Entzündungen oder einer verzögerten Wundheilung. Nach klassischen Operationen kann die Feinabdichtung leiden, etwa mit Stuhlschmieren oder Schwierigkeiten, Winde zurückzuhalten; nach gewebeerhaltenden Verfahren ist das sehr selten. Ein Fremdkörper- oder Druckgefühl klingt meist innerhalb weniger Wochen ab.

Wie lange dauert die Heilung?

Das hängt stark vom Verfahren ab. Nach Radiofrequenz-, Laser- oder HAL-RAR-Behandlung sind die meisten Patienten nach ein bis zwei Wochen wieder arbeitsfähig. Nach einer klassischen Hämorrhoidektomie kann die Ausfallzeit bis zu vier Wochen betragen; bis alle Beschwerden abgeklungen sind, können Monate vergehen.

Tut die Behandlung weh?

Verödung und Gummibandligatur sind kaum schmerzhaft; ein Druckgefühl in den ersten Tagen nach einer Ligatur ist normal. Nach Eingriffen in Narkose können Brennen, Druck oder Schmerzen beim Stuhlgang auftreten. Sie lassen sich mit Schmerzmitteln, betäubenden Salben, Sitzbädern und einem weichen Stuhl gut behandeln. Nach klassischen Operationen ist meist eine kombinierte Schmerztherapie nötig.

Wann kann ich wieder arbeiten und Sport treiben?

Nach gewebeerhaltenden Eingriffen ist die Rückkehr an den Arbeitsplatz meist nach ein bis zwei Wochen möglich, nach größeren Operationen sollten Sie zwei bis drei Wochen einplanen. Bewegung im schmerzfreien Rahmen ist ausdrücklich erwünscht. Intensiven Sport nehmen Sie am besten nach Rücksprache mit uns wieder auf.

Können Hämorrhoiden nach der Behandlung wiederkommen?

Ganz ausschließen lässt sich ein Rückfall nie. Nach Verödung, Ligatur und gewebeerhaltenden Eingriffen können sich die Polster bei einem Teil der Patienten im Lauf der Jahre wieder vergrößern; dann lässt sich die Behandlung meist wiederholen. Nach einer Hämorrhoidektomie ist die Rückfallrate geringer – dafür fehlt das natürliche Polster dauerhaft. Viel beeinflussen Sie selbst: mit einem geformten Stuhl, kurzen Toilettengängen und ohne starkes Pressen.

Muss ich für die Behandlung ins Krankenhaus?

Nicht zwingend. Verödung und Ligatur finden direkt in unserer Praxis statt. Radiofrequenz, Laser und HAL-RAR führen wir in Allgemeinanästhesie in der Iatros-Klinik durch; für den Heimweg brauchen Sie eine Begleitperson. Nur eine klassische Hämorrhoidektomie, sehr ausgeprägte Befunde oder schwere Begleiterkrankungen erfordern in der Regel einen stationären Aufenthalt.

Was sollte ich vor einem Eingriff beachten?

Besprechen Sie vorab alle Medikamente mit uns, insbesondere blutverdünnende Mittel. Am Vortag oder am Morgen des Eingriffs sollten Sie den Enddarm entleeren, zum Beispiel mit einem Miniklistier (Microlax®) oder einem Zäpfchen (Lecicarbon®). Eine große Darmspülung wie vor Darmoperationen ist nicht nötig, sondern eher ungünstig. Am Eingriffstag kommen Sie nüchtern und organisieren eine Begleitperson für den Heimweg.

Kann ich nach dem Eingriff reisen oder fliegen?

In der Regel ja, sobald Sie weitgehend schmerzfrei und mobil sind. Kurze Flüge sind oft schon nach wenigen Tagen möglich, längere Reisen nach ein bis zwei Wochen. Trinken Sie unterwegs ausreichend, legen Sie Bewegungspausen ein und vermeiden Sie starkes Pressen. Im Zweifel sprechen Sie uns vorher an.

Gibt es Salben oder Zäpfchen, die Hämorrhoiden heilen?

Nein. Salben und Zäpfchen lindern Jucken, Brennen oder Nässen, heilen Hämorrhoiden aber nicht. Präparate mit Hamamelis oder Kortison helfen kurzfristig gegen Entzündung und Schwellung, Kortison sollte jedoch nicht lange angewendet werden. Bleiben die Beschwerden bestehen, ist eine proktologische Untersuchung sinnvoll – um gezielt zu behandeln statt nur zu überdecken.

Hämorrhoiden-Behandlung: Fachliteratur

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