Hämorrhoiden-Behandlung von der Phytotherapie bis zur LASER – Operation

Gewinnen Sie neue Sicherheit in Ihrer intimsten Körperregion

Hämorrhoiden: Gut zu wissen

Wann Hämorrhoiden behandeln, wann operieren? Und welches ist die optimale Behandlung? Die Entscheidung fällen wir individuell für jeden Patienten. Die wichtigsten Kriterien sind das Stadium der Hämorrhoiden (Stadien I – IV, je nach Vorliegen und Schweregrad eines äußeren Vorfalls), dem führenden Symptom (Blutung, Druckgefühl, Nässen) und das Ausmaß Ihrer subjektiven Beeinträchtigung. Ein wichtiger Punkt ist auch, ob und wie lange konservative Behandlungsmaßnahmen in der Vergangenheit geholfen haben und ob der Verdacht auf eine bösartige Veränderung von Haut oder Schleimhaut besteht.

10 einfache Tipps für die Hämorrhoiden – Behandlung ohne Operation

  • Verbessern Sie die Stuhlbeschaffenheit (Stuhlkonsistenz): Das Ziel ist ein geformter, nicht zu harter Stuhl. Insbesondere bei schmerzhaften Zuständen versuchen Patienten häufig, den Stuhl ganz weich zu halten. Zu weicher Stuhl hat aber eine längere Kontaktzeit mit der Haut, dringt in jede winzige Wunde oder Schleimhautnische ein und führt so zu Entzündungen. Weicher Stuhl ist schwerer zu kontrollieren (Stuhlschmieren) und übt einen geringeren Entleerungsreiz aus (mit der möglichen Folge der Entleerungsstörung).  Bewährte Maßnahmen sind
    • die Nahrungsergänzung durch Quell – und Ballaststoffe (Flohsamenschalen, Heilerde, Absorbentien)
    • Probiotika (Bakterienkulturen zur Stabilisierung des Mikrobioms des Darms)
    • eine ausreichende Trinkmenge
    • der Ausschluss von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Lactose, Fructose, Gluten, Histamin) durch Ernährungstagebuch und/oder Untersuchung beim Gastroenterologen
  • Optimieren Sie Ihre Stuhlgewohnheiten
    • Gehen Sie auf die Toilette, wenn Sie müssen und nicht wenn Sie wollen. Nehmen Sie sich Zeit, Zeitdruck und Streß aktivieren das sympathische Nervensystem, welches die Darmtätigkeit vermindert.
    • Vermeiden Sie extremes Pressen auf der Toilette, eine leichte Aktivierung der Bauchpresse zu Beginn ist erlaubt.
    • Nutzen Sie physiologische Reflexe wie den gastrocolischen Reflex. Einfach ausgedrückt, führt eine Füllung des Magens zu einem Entleerungsreiz im Enddarm. Am Morgen nach dem Aufstehen ein großes Glas Flüssigkeit trinken, erleichtert das „Geschäft“, bevor man sich in den Berufsverkehr stürzt.
    • Kompensieren Sie die Konstruktion nordeuropäischer Toiletten, die bequemes Sitzen fördern, die Stuhlentleerung durch einen ungünstigen anorektalen Winkel eher erschweren. Seit dem Bestseller „Darm mit Charme“  wissen wir, dass ein Hocker unter den Füßen die natürliche Position unterstützt.
    • Lesen Sie die Zeitung am Frühstückstisch oder in der U-Bahn, nicht auf dem stillen Örtchen. Längere „Toilettensitzungen“ erhöhen den Druck im Hämorrhoidenkreislauf und sollten daher vermieden werden.
  • Nutzen Sie angefeuchtete Wattepads (im Drogeriemarkt erhältlich) statt feuchtem Toilettenpapier (kann Allergien auslösen), verwenden Sie natürliche Pflege (Ringelblumensalbe, Zinksalbe, Bäder mit Eichenrindenextrakt).

Wie behandelt der Proktologe?

Bewährt: Verödung und Gummibandligatur

Diese Behandlung ohne Operation hat das Ziel einer Straffung und Stabilisierung des Bindegewebes. Bei der sogenannten Verödung (Sklerosierung) wird in den Bereich der zu den Hämorrhoiden führenden Gefäße oder in die Hämorrhoiden selbst ein Medikament (Äthoxysklerol®) eingespritzt, das sie schrumpfen lässt und die Verankerung auf der Muskelschicht des Enddarms stärkt. Diese Maßnahme kann ganz einfach ambulant durchgeführt werden, ist schmerzfrei und wird daher sehr häufig angewendet. Sie muss in der Regel mehrfach im Abstand von einigen Wochen erfolgen. Bis die Beschwerden ganz verschwunden sind,  können einige Monate bis hin zu einigen Jahren vergehen. Komplikationen sind extrem selten.

Bei der Gummibandligatur wird überschüssige Schleimhaut mit einem Gummiring abgeschnürt, das Gewebe stößt sich nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Dadurch werden die Hämorrhoiden verkleinert und durch Vernarbung wieder an der natürlichen Position fixiert. Diese Maßnahme darf ebenfalls keine Schmerzen verursachen, sonst muss eine andere Behandlungsmethode gewählt werden.

Blutungen oder Nachblutungen sind Risiken, insbesondere, wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen. Das abgebundene Gewebe kann bis zur Abstoßung als unangenehm empfunden werden, sodass es sich empfiehlt, in einer Behandlungssitzung nicht mehr als ein bis zwei Bänder zu setzen.

Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) sowie mit geschwächtem Immunsystem oder bei einer Latex-Allergie ist eine Ligaturbehandung nicht die beste Behandlungsoption.

Innovativ: Nichtinvasive Verödung mit dem LASER

Ein neuer Ansatz der Hämorrhoidenbehandlung ist die Anwendung von  Laserenergie mittlerer Energie, die zu einer Stärkung des Bindegewebes und Schrumpfung der Hämorrhoiden führt, aber unter der Schmerzschwelle bleibt. Die praktische Durchführung ist vergleichbar mit der Verödung. Wir führen diese Behandlung über eine Proktoskopie mit einem lokalanästhetischen Gel ambulant durch, eine Narkose wird nicht benötigt. Unsere Erfahrungen mit dieser Technik sind sehr gut, insbesondere hartnäckige Blutungen sprechen auf diese Behandlung oft gut an.

Hämorrhoiden-Operation mit dem Zirkular Stapler (Longo-Operation)

Hierbei wird oberhalb der Hämorrhoidenbasis über den ganzen Umfang der Hämorrhoiden – Basis ein Streifen von Schleimhaut entfernt und die Schleimhaut dann durch ein Klammernahtgerät wieder vereint. Dadurch wird sowohl der Blutzufluss zu den Hämorrhoiden gedrosselt, als auch der Vorfall (Prolaps) zurückgeführt (daher auch die Bezeichnung Stapler – Hämorrhoidopexie, „Befestigung“). Die Klammern heilen in die Narbe ein oder werden nach und nach abgestoßen. Das Verfahren ist durch eine kurze Operationszeit sowie schmerzarmer Nachbehandlung weit verbreitet. Wir verwenden dieses Verfahren nach hunderten erfolgreich durchgeführten Hämorrhoidenoperationen dennoch nicht mehr, nachdem in Publikationen über seltene, aber schwerwiegende Zwischenfälle (Aufreißen der Klammernaht, Unverträglichkeit der Klammern) berichtet wurde.

Operative Therapien: Hämorrhoiden mit Laser behandeln

Ist die Erkrankung zu weit fortgeschritten bzw. haben die konservativen Therapiemethoden nicht zum Erfolg geführt, kann eine Hämorrhoiden-Behandlung mittels Laser erfolgen. Dazu zählen die Laser-Hämorrhoidektomie, die Laser-Hämorrhoidoplastie und die Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur.

Wenn Sie sich für eine Behandlung Ihrer Hämorrhoiden in unserem proktologischen Zentrum in München interessieren, stehen Dr. Hofer und Herr Bärtl Ihnen für alle Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns an, wir sind gerne für Sie da.

DR. BERNHARD HOFER

FACHARZT FÜR CHIRURGIE, VISZERALCHIRURGIE, PROKTOLOGIE​

Angestellte Ärzte:
Dr. Klaus Bärtl, Facharzt für Viszeralchirurgie
Dr. Susanne Schuster, Fachärztin für Chirurgie
Kompetenzzentrum für Proktologie (BCD)
Brienner Straße 13
80333 München, Germany
Sprechzeiten: Montag – Freitag 8 – 13 und 14 – 18 Uhr
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