Analfissur: Ursachen, Symptome, Behandlung

Wenn Risse in der Analkanalschleimhaut Schmerzen veursachen

Die Analfissur ist ein längsverlaufender Riss in der Schleimhaut des Analkanals und wird daher auch als Analriss oder Afterriss bezeichnet. In der Regel hat ein derartiger Riss eine Länge von ein bis zwei Zentimetern.

Bei der Analfissur handelt es sich fast immer um eine gutartige Erkrankung, die sich problemlos behandeln lässt. Man unterscheidet die akute und die chronische Form. Je nachdem welches Stadium vorliegt, werden konservative oder operative Behandlungsmethoden angewandt.

Ursachen Analfissur: Zu harter Stuhl

Die Schleimhaut des Analkanals kann immer dann in Mitleidenschaft gezogen werden und reißen, wenn der Bereich zu stark beansprucht wird. Häufige Ursachen für eine Analfissur sind daher:

  • Zu harter Stuhl (Verstopfung)
  • Durchfall
  • Zu starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Zu starke Dehnung des Bereichs (Analverkehr)

Ist die Analschleimhaut (Anoderm) bereits vorgeschädigt wie bei vergrößerten Hämorrhoiden oder Entzündungen der Afterdrüsen (Kryptitis), kann es auch bei normalen Stuhlgang zu einem Riss kommen.

Symptome Analfissur: Daran erkennen Sie die Erkrankung

Die akute Analfissur sieht aus wie eine Schnittwunde. Typischerweise wird eine Analfissur von stechenden oder brennenden Schmerzen beim Stuhlgang begleitet, meist nur von kurzer Dauer. Das zweite Leitsymptom sind hellrote, manchmal nicht unerhebliche Blutungen.  Viele Patienten haben auch nur entweder eine Blutung oder Schmerzen und nicht beide Symptome.

Wechseln sich Zeiten ohne Beschwerden mit Zeiten ab, in denen die Symptome erneut auftreten, ist die Erkrankung wahrscheinlich chronifiziert.

Auch wenn die Schmerzen dumpf sind, verzögert nach dem Stuhlgang auftretenden und länger anhaltenden weist das auf die Entwicklung einer chronischen Analfissur hin. Oft berichten Patienten über eine Ausstrahlung der Schmerzen zum Steißbein hin.

Weitere Beschwerden, die sich im Verlauf entwickeln können, sind Juckreiz, anale Feuchtigkeit, Blutspuren am Toilettenpapier, Verstopfung mit unvollständiger Entleerung des Enddarms und vermehrte Blähungen. Äußerlich sichtbare Zeichen der chronischen Analfissur sind Hautverdickungen oder Hautfalten, die man Vorpostenfalte nennt. Manche Patienten spüren eine tastbare Verhärtung.

Da diese typischen Symptome auch bei anderen proktologischen Erkrankungen wie zum Beispiel der Steißbeinfistel auftreten, ist eine genaue Diagnose der Analfissur wichtig.

Behandlung Analfissur: Konservativ und operativ

Trotz ungünstiger Bedingungen im Wundbereich (Darmbakterien, Enge, Feuchtigkeit, mechanische Beanspruchung) heilt die akute Analfissur erstaunlicherweise meist von selbst. Gehen die Beschwerden rasch  wieder zurück, scheint die Erkrankung geheilt zu sein. Doch manchmal ist nur scheinbar eine Heilung eingetreten: Die Wunde verklebt und verheilt oberflächlich, in der Tiefe entwickelt sich durch die Darmbakterien jedoch eine chronische Entzündung.

Wenn die Narbe nicht stabil ist und auch bei normalem Stuhl immer wieder aufreißt, entstehen Vorpostenfalten und Wucherungen der Schleimhaut (hypertrophe Analpapille). Oft werden diese Hautläppchen für eine Hämorrhoide oder einen Polypen gehalten. Sie können beträchtliche Größe annehmen und aus dem After hervortreten. Über die Zeit kann sich die Nische mehr und mehr vertiefen, in der sich Stuhlpartikel und Bakterien festsetzen, welche die Schleimhaut weiter reizen.

Konservative Behandlungsmethoden

Wenn eine akute Analfissur noch nicht lange besteht, lässt sich eine Operation oft vermeiden:

  • Stuhlregulierung: Bei sehr hartem Stuhl reißt die Analfissur durch die Dehnung bei der Stuhlpassage immer wieder auf. Sehr weicher Stuhl dringt vermehrt in die Wunde ein und haftet stärker am Grund der Wunde. Es wird also ein geformter, nicht zu harter Stuhl angestrebt. Flohsamenschalen eignen sich optimal zur Stuhlregulierung. Sie binden Flüssigkeit und machen damit den harten Stuhl weicher und weichen Stuhl etwas fester.
  • Salbenbehandlung: Verschiedene Wirkstoffe können zur Behandlung der Analfissur eingesetzt werden. Am weitesten verbreitet ist eine Kombination aus örtlicher Betäubung (mit Lidocain) und Entspannung des Schließmuskels (mit Diltiazem). Damit soll der Analfissur die Chance gegeben werden, nicht nur oberflächlich zu verkleben, sondern aus der Tiefe heraus stabil zu verheilen.
  • Low-Level-Laser-Therapie: Bekannt ist der Einsatz von Laserlicht bereits bei chronischen Problemwunden, die nicht verheilen wollen. Auch bei der Behandlung einer Analfissur greifen die gleichen Wirkmechanismen: Entzündungshemmung, Stimulation von Wachstumsfaktoren, Verbesserung der Bindegewebsstabilität sowie der Mikrozirkulation und der zellulären Stoffwechselaktivität. Die Behandlung mit dieser Therapieform liegt daher auch bei der chronischen Analfissur nahe. Die Behandlung erfolgt ein bis zwei Mal pro Woche für sechs Wochen und ist schmerzfrei. Die Mehrzahl der Patienten erfährt durch diese Behandlung eine spürbare Besserung. Eine Beurteilung im Hinblick auf die langfristige Heilung ist bei dieser alternativen Behandlungsmethode noch nicht möglich.

Operative Behandlungsmethoden

Die sogenannte Fissurektomie hat den Zweck, eine tiefe Wunde zu einer flachen zu machen und jede Art von Taschen- oder Nischenbildung zu beseitigen. Dann kann die Wunde aus der Tiefe heraus heilen und eine langfristige Beschwerdefreiheit ist zu erwarten. Dieser Eingriff wird immer in Narkose durchgeführt, um eine manchmal gleichzeitig oder infolge der Analfissur entstandene Analfistel nicht zu übersehen.

In unserer proktologischen Praxis kümmern wir uns um die fachgerechte Behandlung von Analfissuren. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, zögern Sie nicht, uns anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Dr. Hofer und Herr Bärtl sind gerne für Sie da.

Analfissur: Wann ist eine OP nötig?

  • Wenn sehr starke Schmerzen bestehen, die nicht selten erst kurz nach dem Stuhlgang auftreten und dann über Stunden oder sogar den ganzen Tag anhalten
  • Wenn Blutungen bei fast jedem Stuhlgang über eine Woche oder länger auftreten
  • Wenn eine Beschwerdedauer seit über einem halben Jahr vorliegt
  • Wenn es Sekundärveränderungen gibt: Vorpostenfalte, hypertrophe Analpapille

DR. BERNHARD HOFER

FACHARZT FÜR CHIRURGIE, VISZERALCHIRURGIE, PROKTOLOGIE​

Angestellte Ärzte:
Dr. Klaus Bärtl, Facharzt für Viszeralchirurgie
Dr. Susanne Schuster, Fachärztin für Chirurgie
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