Magnetfeld-Behandlung: Bei Inkontinenz sowie zur Rehabilitation

Sitzen gegen Stuhlinkontinenz und zur Unterstützung der Wundheilung

Bei der Magnetfeld-Therapie handelt es sich um ein nicht-invasives Verfahren, das auf dem physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion beruht. Das magnetische Feld führt zur Auslösung eines Aktionspotenzials an der Zellmembran. Die Stimulation erfolgt durch kurze magnetische Pulse, die schmerzfrei und bewegungslos Gewebe durchdringen können. Seit 1999 wird die Magnetfeldstimulation in der Behandlung von Funktionsstörungen der Harnblase eingesetzt, seit dem Jahr 2000 wurden erfolgreiche Anwendungen bei Harn- und Stuhlinkontinenz (unter anderem nach Entbindungen) und gestörter Koordination des Schließmuskels, durchblutungsbedingten Erektionsstörungen und vaginaler Laxizität berichtet. In einer Studie aus der Schweiz im Jahr 2008 wurde eine meßbare Erhöhung des Schließmuskeldrucks und eine klinische Besserung einer Stuhlhalteschwäche in über 90 % der Patienten festgestellt.

Zur Behandlung der anorektalen Inkontinenz stellt die Magnetfeldtherapie ein neues Verfahren dar,  deren gezielte Anwendung gute Erfolge hervorbringen kann. (Lange, Mölle, Girona: Chirurgische Proktologie. 2. Auflage 2012, Springer Verlag Heidelberg)

Der Beckenboden-Muskel und die Schließmuskeln von Enddarm, Blase und Vagina werden durch ein pulsierendes Magnetfeld stimuliert, sodass die Muskeln durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung trainiert werden.

Darüber hinaus werden die Nerven anregt, sodass die Regeneration von Nervenverbindungen (Synapsen) gefördert wird. Neben der Stärkung der Muskelkraft wird so auch die Sinneswahrnehmung verbessert.

Funktion des Beckenbodens

Drei Muskelschichten bilden die Beckenbodenmuskulatur. Sie liegen wie ein Gitter übereinander und stützen die Organe, die im Becken liegen. Darüber hinaus sind sie für die Kontinenz (Fähigkeit Stuhl und Urin zu halten) von großer Bedeutung.

Die innere Muskelschicht ist für die Bewegungen des Beckens zuständig, während die mittlere Muskelschicht vor allem aus dem großen Damm-Muskel besteht. Dieser sorgt dafür, dass der Druck auf das Becken abgefangen wird. Bei Frauen ist der Damm-Muskel nur halb so stark wie bei Männern. Schwangerschaft und Geburt sind darüber hinaus die Ursachen, dass bei rund einem Viertel aller Frauen nach der Menopause eine deutliche Schwächung des Muskels beobachtet werden kann. Die unterste Muskelschicht umschließt Harnröhre und Anus und hat als Schließmuskel die Funktion schnelle Kontraktionen zu ermöglichen.

Magnetfeldstuhl: Beckenboden einfach und bequem stärken

Um Inkontinenz zu behandeln oder die Rehabilitation nach einer proktologischen Operation zu unterstützen, müssen Sie sich einfach nur in den Behandlungsstuhl setzen.  Dabei bleiben Sie vollständig angezogen und können in Ruhe eine Zeitschrift lesen. In den Stuhl ist ein elektrisches System eingebaut, das ein elektromagnetisches Feld generiert und in den Beckenboden ausstrahlt. Die Impulse variieren und regen auf diese Weise die Nerven im Muskelgewebe an. Die Muskeln ziehen sich zusammen und entspannen sich wieder und werden so trainiert und gestrafft. Eine Behandlungseinheit dauert bei uns zweimal 20 Minuten, Sie kommen ein bis zweimal wöchentlich und absolvieren zehn Behandlungen. Nach zwei bis drei Behandlungen lässt sich meistens schon abschätzen, ob die Behandlung Erfolg hat.

Wir bieten diese IGeL-Leistung in unserer proktologischen Praxis in München an. Zögern Sie nicht, uns anzurufen, wir beantworten gerne Ihre Fragen.

DR. BERNHARD HOFER

FACHARZT FÜR CHIRURGIE, VISZERALCHIRURGIE, PROKTOLOGIE​

Angestellte Ärzte:
Dr. Klaus Bärtl, Facharzt für Viszeralchirurgie
Dr. Susanne Schuster, Fachärztin für Chirurgie
Kompetenzzentrum für Proktologie (BCD)
Brienner Straße 13
80333 München, Germany
Sprechzeiten: Montag – Freitag 8 – 13 und 14 – 18 Uhr
Fon 089 – 292679
Fax 089 – 29160900 2019